Page 19 - 220-6_Keramik50erJahre_dt

This is a SEO version of 220-6_Keramik50erJahre_dt. Click here to view full version

« Previous Page Table of Contents Next Page »

355

sechsundsechzig erhöht. In der zweiten Hälfte der 

1950er und der ersten Hälfte der 1960er Jahre wurden  außer den von >Albert Strunz eigens für Achental entworfenen Modellen wegen der großen Nachfrage auchTeile des Sortiments der Porzellanfabrik Corten-dorf ausgeführt. Die hier entstandenen Gegenstände zeichneten sich durch einen größeren dekorativen Aufwand und eine außerordentliche Sorgfalt der Aus-führung aus. 1970 wurde der Betrieb geschlossen.

Lit.: Adreßbuch der Keram-Industrie 1949, Coburg 1949, S.69; Adreßbuch der Keram-Industrie 1954/55, Coburg 1955, S.197; Porzellanfabrik Cortendorf Julius Griesbach, Kataloge, Preis-listen, Prospekte; Markt Grassau, schriftliche Mitteilung vom 7.1.1982; Makus, Horst, 50er Jahre Keramik, Stuttgart 1998, S.131; ders., 50er Jahre Wandmasken, Stuttgart 2000, S.164; Schmidt, Hans-Georg, schriftliche Mitteilung vom 26.9.2001

s. Abb. 2, 3

Achtziger, Hans *8.3.1918 Selb

Nach der Erlangung der mittleren Reife durchlief 

Hans Achtziger von 1934 bis 1937 eine Modelleur-lehre bei >Lorenz Hutschenreuther in Selb, besuchte anschließend bis 1939 die Staatliche Fachschule für 

die Porzellanindustrie in Selb und wurde unmittelbar

nach dem Erhalt des Abgangszeugnisses zumArbeits -dienst und im Januar 1940 zumWehrdienst einberu-

fen. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft

trat er 1946 in die Kunstabteilung seiner Ausbildungs-

frma ein, unterbrach seine dortige Beschäftigung aber im selben Jahr, um an der Meisterschule für Bau- und Kunsthandwerker in München eine Ausbil-dung zum Bildhauer zu absolvieren.Wirtschaftliche Schwierigkeiten infolge der Währungsreform zwan-gen zum Abbruch, und so kehrte er 1948 wieder in die Kunstabteilung von L. Hutschenreuther zurück. 

Bis zu seinemAusscheiden im Jahre 1981 entstanden  hier nach seinen Entwürfen neben zahlreichen zeit-typischen Gefäßformen über zwanzig Tafelgeschirre 

und etwa 150 Porzellanfguren. 1972 wurde er zum Di -rektor ernannt und übernahm 1980 nach dem alters-bedingten Ausscheiden von >Eduard Saalfrank die Leitung der Entwurfsateliers. Auch nach seinem Ein-

tritt in den Ruhestand zum Ende des Jahres 1981 blieb  er der Firma als Berater verbunden.

Lit.: Keramische Zeitschrift, 1959, S.261; Horn, Helena, in: W. Siemen, 175 Jahre Hutschenreuther, Hohenberg 1989, S.283; Siemen, Wilhelm, 50 Jahre Porzellan – Hans Achtziger zum 70. Geburtstag, Hohenberg 1988

s. Abb. 183

AGROB AG für Grob- und Feinkeramik, Ismaning •1958 (1867)

Die 1867 als Actien Ziegelei München, Steinhausen, gegründete Firma übernahm 1938 die Ziegelei Gau-stadt bei Bamberg und 1942 die AG der Wiener Ziegelwerke; nach Ende des ZweitenWeltkriegs folg-ten weitere Zukäufe. 1958 wurde der Firmenname in 

AGROB AG  für Grob- und Feinkeramik mit Sitz in Isma -ning geändert. Trotz der 1983 erfolgten Stillegung des Zweigwerkes in Sinzig hatte sich das 1981 mit dem Wessel-Werk Bonn und den >Servais-Werken 

AG  zur Agrob-Wessel-Servais AG vereinte Unterneh-men 1990 zu einem der führenden Anbieter von Wand- und Bodenfiesen in Europa entwickelt. 1992 erfolgte der Verkauf an die Cremer & Breuer Verwal-tungsgesellschaft m.b.H. 

Das Unternehmen stellte keine dekorative Kera-mik her, lieferte jedoch nach Art der von den Servais-Werken geübten Praxis Rohlinge für Wandfiesen, die auf der Rückseite den Namen  AGROB  und das Ortskürzel  ISMA  aufweisen. Sie wurden von unter-

schiedlichen Herstellern dekoriert. Sofern Aufkle-ber oder andere Kennzeichnungen fehlen, ist die ein-deutige Identifzierung dekorierter Objekte nur über entsprechend gekennzeichnete Vergleichsstücke möglich.

Ahlers (verh. Fechner-Ahlers), Ingrid *1920 Bremen

Ingrid Ahlers studierte von 1937 bis 1939 neben Ma-lerei auch Keramik in der von >Siegfried Möller ge-leiteten Fachklasse an der Norddeutschen Kunst-hochschule in Bremen und lernte hier ihre spätere Partnerin >Elisabeth Pluquet-Ulrich kennen. An-schließend absolvierte sie bei Möller eine Töpfer-lehre und schloß sie 1942 mit der Gesellenprüfung ab. Nach einem Assistenzjahr bei ihm erhielt sie 1943 einen Lehrauftrag an der Meisterschule für das gestaltende Handwerk in Salzburg. Nach der Able-

gung der Meisterprüfung 1945 in Hannover gründete  sie 1946 in Bremen mit Elisabeth Pluquet-Ulrich die >Clausen-Keramik. 1955 wurde die Werkstatt auf-

gelöst. Im selben Jahre heiratete sie den am 18.8.1898  in Berlin geborenen Bildhauer und Keramiker Peter P. Fechner und zog mit ihm nach Tübingen. Dort wa-ren beide in einem gemeinsamen Keramik-Studio tätig und unterhielten außerdem eine private Kunst-schule, deren „Lehrplan auf der Grundlage der…

Ziererschen assoziationsfreien Kunstbetrachtung 

und Wertung aufgebaut“ war. Nach dem Tod von  Peter Fechner im Jahre 1961 arbeitete sie allein zu-nächst als Kunstkeramikerin weiter, widmete sich in 

der Folgezeit aber auch anderen künstlerischen  Aktivitäten und ist seit 1992 ausschließlich als Ma-

lerin tätig. 

Lit.: Siepen, Bernard, Töpferwerkstätten – gegründet von Frauen,  in: Euro-Ceramic, 1954, S.49–51; Reineking von Bock, Gisela, Keramik des 20. Jahrhunderts. Deutschland, München 1979, S.144; Waldrich, Joachim,Who’sWho in Contemporary Ceramic Arts, München 1996, S.167 f

s. Abb. 103, 104

keramik_pages 353-528_030806.ind355 355 2006.9.4 7:

Page 19 - 220-6_Keramik50erJahre_dt

This is a SEO version of 220-6_Keramik50erJahre_dt. Click here to view full version

« Previous Page Table of Contents Next Page »